Pflanzensirup selbstgemacht 2018-04-30T21:24:22+00:00

Pflanzensirup selbstgemacht

Hier entsteht eine Sammlung selbst hergestellter Pflanzensirups, die ständig erweitert, aktualisiert und ergänzt wird.

Insbesondere in der Kinderheilkunde sind Sirupe eine ideale Darreichungsform. Mit Sirupen (z.B. Fenchelsirup oder Thymiansirup) können trinkwarme Arzneitees gesüßt und gleichzeitig in der Wirkung verstärkt werden.

Für gewöhnlich wird die Frischpflanze zerquetscht und mit Wasser ca. 20 Minuten auf kleiner Flamme erwärmt. Dann abgeseiht und mit der gleichen Menge Zucker vermischt. Anschließend das Gemisch köcheln bis der Saft verdickt.

Pflanzensirupe sind einige Monate haltbar. Anstatt Zucker kann man den Saft auch in verflüssigten Honig einrühren, der anschließend wieder erhärtet.

Bärwurzbirnhonig (Latwerge) gegen Migräne (nach Hildegard von Bingen)

Rhad. Mei (Bärwurz)                            35,0
Rhiz. Galangae (Galgant)                     28,0
Rhad. Liquiritiae (Süßholzwurzel)       22,0
Hb. Sedi acris (Mauerpfeffer)               15,0

(Die Mischung gibt es auch als fertige Gewürzmischung zu kaufen.)
Das Pulvergemisch unter Erwärmen in 8 EL Honig einrühren, 8 Birnen ohne Kerngehäuse einrühren bis das Ganze ein Mus wird (lange genug kochen). Vom Honig morgens nüchtern 1 TL, mittags nach dem Essen 2 TL und vor dem Schlafengehen 3 TL einnehmen.

Sirup mit Huflattichblättern gegen Lungenleiden

Einen Steintopf abwechselnd mit einer daumendicken Schicht Huflattichblättern und Rohzucker füllen, bis der Topf randvoll ist. Den Topf über Nacht stehen lassen. Der Inhalt wird sich setzen. Am nächsten Morgen nachfüllen, bis er wieder randvoll ist. Topf mit 3 Lagen Pergamentpapier zubinden und im Garten eingraben. Bevor mit Erde zugeschüttet wird, noch ein Brettchen drüberlegen. Stelle gut kennzeichnen.
Die gleichmäßige Erdwärme bewirkt nun, dass die Huflattichblätter einen Gärungsprozess durchmachen.
Nach 8 Wochen den Topf wieder ausgraben und den Inhalt durch ein Leintuch pressen. Den Huflattichsirup kochen, auskühlen lassen und in Flaschen mit weitem Hals füllen. Bei Bedarf teelöffelweise mehrmals am Tag einnehmen.

Spitzwegerichsirup für Husten und Rachen

Spitzwegerich wirkt reizlindernd, beruhigend und entzündungshemmend. Der Sirup dieser weitverbreiteten Pflanze ist ein altbekanntes Heilmittel bei Bronchitis, Lungenleiden und Husten. Die im Spitzwegerich enthaltenen Schleimstoffe legen sich wie eine Schutzschicht auf die gereizten Schleimhäute. Die in den Blättern enthaltene Kieselsäure stärkt das angegriffene Gewebe.

• ca. zwei Handvoll Spitzwegerich-Blätter
• ca. 250 g Zucker
• Saft einer kleinen Zitrone
• zwei Schraubgläser, je ca. 350 ml

Die Spitzwegerich-Blätter quer zur Längsfaser in etwa einen cm große Stücke schneiden. Eine etwa einen cm dicke Lage Spitzwegerich-Blätter in ein mit Alkohol ausgewischtes Glas geben. Mit Zucker bedecken. Immer abwechselnd Blätter und Zucker in das Glas geben und zwischendurch immer wieder mit Hilfe eines Löffels festdrücken. Die letzte Lage muss Zucker sein und soll den Spitzwegerich gut bedecken. Alles nochmal gut mit dem Löffel festdrücken und das Glas schließen.
Zum Reifen und Durchziehen das Glas für zwei Monate an einen möglichst gleichmäßig temperierten und dunklen Ort stellen. Nach zwei Monaten wird der Sirup in ein Wasserbad gestellt und langsam erwärmt. Den Zitronensaft und etwa 20 ml abgekochtes, warmes Wasser dazu rühren und den Sirup nochmal zwei Stunden ziehen lassen. Durch ein Sieb in das zweite, desinfizierte Schraubglas abgießen.
Jetzt ist dein Hustensirup fertig und kann bei ersten Hustenanzeichen mehrmals täglich teelöffelweise eingenommen werden.

Tannenwipferl-Sirup bei Erkältung und Neigung zu Bronchialkatarrh

½ kg junge Fichtenknospen
125g Zwiebeln
125g Kandiszucker
125g Honig

Die Knospen in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Die Masse unter ständigem Rühren erhitzen, bis ein dicker Brei entsteht. Kleingeschnittene Zwiebeln, Kandiszucker und Honig zugeben. Alles gut verrühren bis eine sirupartige Masse entsteht. Den Sirup in Weckgläser füllen und kühl und dunkel aufbewahren.
Wenn sich eine Erkältung ankündigt, das Sirup sogleich teelöffelweise einnehmen.

Zwiebelsirup

Auch wenn der Zwiebelsirup nicht besonders gut schmeckt, ist er immer noch einer der besten Hausmittel bei hartnäckigem Hustenreiz.

2 Zwiebeln
6 EL Kandis

Die Zwiebeln werden in dünne Scheiben geschnitten. In einem Behälter schichten Sie nun abwechselnd eine Lage Zwiebeln mit einer Lage Kandis. Das Ganze muss dann einige Stunden ziehen, bis sich der Kandiszucker aufgelöst hat. Danach abseihen und den so entstandenen Saft löffelweise bei Husten einnehmen.