Exokrine Pankreasinsuffizienz2026-04-20T13:31:11+00:00
Darmdysbiose

Exokrine Pankreasinsuffizienz

Eine Exokrine Pankreasinsuffizienz ist eine Störung der Bauchspeicheldrüsenfunktion. Das Pankreas (= Bauchspeicheldrüse) kann nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme produzieren, so dass es zu einer Maldigestion (= unzureichende Spaltung der Nahrung in vom Darm resorbierbare Bestandteile) kommt.

Diese Schwäche der Bauchspeicheldrüse kommt bei alten Leuten häufig vor, weil mit fortgeschrittenem Alter die Verdauungsleistungen der Organe immer mehr nachlassen.
Aber auch viele junge Menschen sind betroffen, denn Stress, Alkohol oder Umweltgifte sind Einflüsse, auf die die Bauchspeicheldrüse ganz empfindlich reagiert.

Die Folge von schlecht verdauter Nahrung ist immer eine Darmdysbiose (=bakterielles Ungleichgewicht im Darm), denn wenn die Nahrung im Dünndarm nicht mehr vollständig in ihre kleinsten Bestandteile aufgeteilt werden kann, stürzen sich die pathogenen Fäulniskeime auf das Überangebot von Fetten und Eiweißen im Darm und vermehren sich.
Der Leidtragende reagiert mit stinkenden Blähungen und Durchfall. Seine/Ihre Leber wird mit Stoffwechselgiften stark belastet.

Schulmedizinisch werden meist nur die Parameter „Lipase“ und „Amylase“ im Blutserum bestimmt. Damit kann man keine Exokrine Pankreasinsuffizienz feststellen. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall zeigen  eine Exokrine Pankreasinsuffizienz nicht an. Um diese Art der Pankreasschwäche festzustellen, muss der Parameter „Pankreaselastase“ durch eine Stuhluntersuchung bestimmt werden!


Achtung: Oft ist der Stuhlparameter „Pankreaselastase“ zwar in der Norm, der Patient hat aber dennoch Symptome einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz. Dann muss unbedingt die Magensäure untersucht werden! Denn bei einem Magensäuremangel werden nicht ausreichend Sekretionshormone Cholecystokinin und Sekretin im Zwölffingerdarm freigesetzt. Diese beiden Hormone sind aber notwendig, damit die Enzyme des Pankreas richtig gebildet und in den Zwölffingerdarm geleitet werden.

Pankreasenzyme

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert ca. 1,5l basischen Pankreassaft pro Tag, der reich an Enzymen ist, die unser Körper für die Aufspaltung der aufgenommenen Nahrung benötigt. Pankreasenzyme werden in einer inaktiven Form in den Zwölffingerdarm abgegeben. Die Zellen, die die Zwölffingerdarmwand auskleiden, bilden sogenannte Bürstensaumenzyme. Eines dieser Enzyme heißt Enterokinase (oder Enteropeptidase). Dieses Enzym aktiviert die Pankreassäfte, sodass sie mit der Verdauung der Nahrung beginnen können.

Proteasen =
eiweißspaltende Enzyme
Aktivierung durch Absorbierbarer Baustein
Trypsinogen = Hauptenzym
(Endopeptidase)
-> spaltet die Proteinketten von innen
– Enterokinase (Enzym der 12-Fingerdarm-Schleimhaut; aktiviert Trypsinogen zu Trypsin)
autokatalytisch
(„Schneeballeffekt“)
– Peptide
– Aminosäuren
Chymotrypsinogen
(Endopeptidase)
Trypsin
welches zuvor aktiviert wurde
– Peptide
– Aminosäuren
Procarboxypeptidase
(Exopeptidase)
Trypsin
welches zuvor aktiviert wurde
Aminosäuren
Pankreaselastase (Labor!)
-> lässt einen Rückschluss zu, wie gut die Bauchspeicheldrüse generell Enzyme bilden kann
Trypsin
welches zuvor aktiviert wurde
Aminosäuren
Amylasen = kohlehydratspaltende Enzyme Aktivierung durch Absorbierbarer Baustein
Maltase
Αlpha-Amylase ————– Zweifachzucker (wird später durch Bürstensaumenzyme abgebaut und aufgenommen)
Lipasen =
fettspaltende Enzyme
Aktivierung durch Absorbierbarer Baustein
Pankreaslipase ————– – Glycerin
– Fettsäuren
Colipasen Trypsin – Glycerin
– Fettsäuren

Ursachen einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz 

  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Arzneimittel
  • Lösemittel (Lacke, Benzin)
  • zu fettreiche Ernährung
  • Mukoviszidose
  • Viren: Hepatitis, Mumps, Masern, Herpes Viren, Zytomegalie, Corona
  • Autoimmunologische Prozesse
  • Genetische Erkrankungen
  • Mangelhafte Kommunikation zwischen Gehirn, Magen-Darm und Pankreas, durch
    – Stress
    – hektisches Essen
  • Magen- oder Dünndarmentfernung
  • Magensäuremangel (z.B. bei Protonenpumpenhemmer-Einnahme, chronischem Stress, Gastritis oder Schilddrüsenunterfunktion
  • Sphincter-Oddi-Dysfunktion
  • Zöliakie
  • Endokrinologische Störungen z.B. Hyperparathyreodismus
  • Chronische Pankreatitis
  • Chronische Darmentzündung
  • Fehlende Co-Faktoren wie Zinkmangel
  • Ascariden (Spulwurm)
  • Pankreaskarzinom
  • Masern- oder Mumpsinfektion im Kindesalter

Risikofaktoren einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz sind:
– Diabetes
– Übergewicht
– Alkohol, Rauchen
– Zöliakie
– höheres Lebensalter
– Gallensteine (abgehende Gallensteine können den gemeinsamen Ausführungsgang von
Galle und Pankreas verlegen und zur Entzündung des Pankreas führen)

Symptome einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz

Auf eine exokrine Pankreasschwäche weisen vor allem stark riechende Blähungen, voluminöse Durchfälle, Völlegefühl und Übelkeit (insbesondere nach fettreichen Mahlzeiten) hin.

Weitere Symptome sind:

  • Oberbauchbeschwerden
  • explosionsartige Stuhlentleerung
  • starke Bauchgeräusche
  • Fettstuhl (heller, klebriger Stuhl)
  • Hoher Toilettenpapierverbrauch; Nachputzen der Toilette notwendig
  • Vitaminmangel, v.a. Vitamin D, K, E, A
  • ungeklärte Serum-IgE-Werte (Allergien!)
  • Mukoviszidose-Früherkennung bei Säuglingen
  • Gewichtsabnahme

Mögliche Folgen einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz

=> Darmdysbiose

=> gestörter Abbau von Kohlehydraten, Proteinen und Fetten

=> Leberbelastung durch Stoffwechselgifte

=>  Dünndarmfehlbesiedelung

=> Histaminintoleranz

=> Allergische Reaktionen, z.B. Nahrungsmittelallergien

=> Verminderte Aufnahme von Vit. A, E, D, K, B12, B1, Folsäure, Omega-3-FS, Zink, Calcium und Magnesium mit dementsprechenden Folgen (Schleimhautveränderungen, Haarausfall, Nagelwachstumsstörungen)

=> Osteoporose

=> Erhöhtes Risiko für kolorektale Karzinome durch erhöhte Toxinbildung

=> Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

=> Erhöhtes Risiko für Diabetes

Therapie einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz

Eine exokrine Pankreasschwäche therapiert man naturheilkundlich vor allem mit pflanzlichen Präparaten, die die Sekretionsleistung der Bauchspeicheldrüse steigern. Außerdem mit Enzymen, z.B. Schweinepankreatin. Es gibt aber auch sehr effiziente vegane Alternativen zum Schweinepankreatin.

Bei einer schweren Störung sollten zusätzlich Organpräparate gespritzt werden.

Wichtig ist eine Ernährung, die das Pankreas entlastet:
– viele kleine Mahlzeiten am Tag
– Nichts Schwerverdauliches wie Pilze oder Fleisch oder Frittiertes
– Absolutes Alkoholverbot!

Vitaminmängel (Vitamin A, E, D, K und B6) sowie ein eventueller Magnesium- oder Zinkmangel müssen ausgeglichen werden.